Die schöne Seite des Wahnsinns – Stuttgarter Frühlingsfest

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Menschen, Stuttgart

Jeden Frühling und Herbst, wenn die Dirndldichte wieder sprunghaft ansteigt und die U-Bahnen von bierseligen Horden bevölkert werden, denke ich als eher Unbeteiligte „Aha, es ist also wieder Wasenzeit“ – und lasse das Ungemach, sei es das Stuttgarter Frühlingsfest oder dann im Herbst der Cannstatter Wasen, stoisch über mich ergehen. Aber dieses Jahr habe ich mich mal hingetraut. Ohne Dirndl, versteht sich, und nur, um zu fotografieren.

Kettenkarussells mochte ich schon immer.

 

Zuckerherzen schreien ja geradezu danach, fotografiert zu werden.

 

Und die Verkleidungen … je nachdem ist das ja auch ganz hübsch:

 

Was am Ende übrig bleibt …

 

7 Kommentare

  1. Mal wieder unschlagbar. Echt großartig. Das ist ja fast eine Motivation, auch mal wieder über den Wasen zu bummeln.

  2. Prächtig. Du reihst die ein in die Riege der großen Kriegs- und Schlachtfeldfotografen wie James Nachtwey und Robert Capa. Man riecht den Pulverdampf, das Bier, Blut und Erbrochenes. Du führst uns den sinnlosen Wahnsinn des Volksverdummungsfestes vor Augen, schonungslos, ungeschminkt. Die vordergründige Ästhetik der bunten Farben und Süßigkeiten wird konterkariert durch rohe Gewalt. Hier noch marschieren junge Menschen in Tracht und Uniform fröhlich schunkelnd in die Schlacht, um auf dem nächsten Bild bereits volltrunken im Dreck zu liegen.
    Wo sind die Demonstrationen, die Ostermärsche, die Sitzblockaden und Menschenketten, die gegen diese Hölle aufbegehren? Dass es dies immer noch als ein Mittel zur Freizeitgestaltung gibt, in einem vermeintlich zivilisierten Land mit humanistischer Tradition und christlichem Wertekanon, ist unbegreiflich. Du legst den Finger in den Bierkrug und stößt eine lange überfällige Diskussion an und zeigst damit wieder einmal, was gut gemachte Fotografie, mit Licht und Liebe, bewegen kann.

    • Liebe Michèle, vielen Dank! Freut mich, dass du mein Blog besucht hast. Viele Grüße, Andrea

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